Europäische Janusz Korczak Akademie

lädt ein zum

internationaler Tag des jüdischen Lernens, am
Sonntag, 17. November 2019

Das diesjährige Thema
“Am Anfang war das Wort” – Die Macht der Worte

Vom antiken Argumentieren bis zu modernen Bedeutungen, vom Erheben unserer Stimme bis zum Schweigen erkunden wir, warum und wie Worte uns bewegen: Jeden Tag sagen und schreiben wir Worte, doch denken wir auch daran, welche Kraft und Wirkung in ihnen steckt? Die Erschaffung der Welt erfolgte durch das gesprochene Wort G‘ttes. Auch jeder von uns erschafft und formt sich durch Worte seine eigene Welt. Es sind Worte, die die Macht haben, Menschen auf der ganzen Erde zu verbinden und Grenzen zu überwinden – im Guten wie im Schlechten. Von lauten Sprechen bis zur vollkommenen Stille, ergründen Sie das Wirken von Worten.

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Zitate von Janusz Korczak , die alle mit dem Wort, der Sprache zu tun haben (mit Quellenangabe):

  • Muß man denn wirklich immerzu und allen gehorchen, und hat jedermann das Recht, sich immer und in alles einzumischen? (Korczak 1990, S. 116) Die Erwachsenen glauben oft, ein Kind täte etwas nur aus Trotz, es sei eigensinnig und wolle etwas nicht verstehen oder sagen. O nein: es schämt sich bloß – Wenn sich jemand schämt, dann kann er nicht sprechen, seine Zunge ist wie gelähmt. (Korczak 1990, S. 135)
  • Die Erwachsenen sind nicht klug: sie wissen die Freiheit, die sie genießen, nicht zu nutzen. Diese Glücklichen können sich kaufen, was sie wollen; sie dürfen alles, immer aber ärgern sie sich, und wegen jeder Kleinigkeit schreien sie herum. . . . Sie mögen es, wenn man ihnen schmeichelt. Wenn sie guter Laune sind, so darf man alles – aber wenn sie böse sind, stört sie alles. (Korczak 1990, S. 87)
  • Muss man denn überhaupt schimpfen? Weiß ich’s? Vielleicht muss man es, vielleicht nicht. (Korczak 1990, S. 25)
  • Die Erwachsenen lügen. Das ist doch erlogen, daß man von Bonbons Würmer bekommt, daß man von Zigeunern träumt, wenn man nicht isst, dass man ins Bett macht, wenn man mit Feuer spielt, und daß man den Teufel wiegt, wenn man mit den Beinen baumelt! (Korczak 1990, S. 88)
  • Die Erwachsenen sind der Meinung, alle Kinder seien naschhaft und auf Geschenke versessen. Das ist nicht wahr. Wenn sie jemanden nicht leiden können, dann nützen auch seine Mitbringsel nichts. Schlimmer ist es, wenn sie sich einmischen und ihre Randbemerkungen machen. Am schlimmsten aber sind die Liebkosungen und Küsse. Ein Händedruck, so fest, daß es weh tut. Ein ganz feuchter Kuss. Oder man wird auf den Schoß genommen. Mit welchem Recht? (Korczak 1990, S. 117)
  • Die Schule denkt ausschließlich an die Schüler; jedes Klassenzimmer, jede Bank und jeder Winkel ist allein für den Schüler da. Und während der ganzen Zeit, die der Lehrer in der Schule verbringt, ist er nur für seine Schüler da. Nie hört man das widrige: Ich habe keine Zeit. – Das weiß ich nicht. – Lasse mich in Ruhe .– Stör mich nicht. Du bist noch zu klein. (Korczak 1990, S. 121)
  • Junge Menschen haben ihre eigenen Fragen, ihre eigenen Sorgen, Tränen und Freuden, ihre eigenen jugendlichen Meinungen und ihre eigene junge Poesie. (Korczak 1990, S. 101)
  • Wenn ein Kind dir ein Geheimnis anvertraut, dann sei froh; denn sein Zutrauen ist die größte Belohnung, das beste Zeugnis. – Aber erzwinge nichts, denn das Kind hat ein Recht auf sein Geheimnis; erzwinge nichts, weder mit Bitten noch mit List oder Drohungen! (Korczak 1975, S. 211)
  • Ein Kind muss wissen, dass es erlaubt ist, und dass es sich lohnt, aufrichtig seine Meinung zu sagen, dass es weder Ärger noch Unwillen erregt und daß es verstanden wird. (Korczak 1975, S. 269)
  • Es ist nicht allein wichtig, was ein Mensch sagt, sondern auch, was er denkt und fühlt und warum er gerade so und nicht anders ist. (Korczak 1990, S. 130)
Themenbeschreibung:

  • Anerkennung der Macht des Wortes, gesprochen und unausgesprochen
  • Wir ergründen Worte in ihrer schöpferischen Kraft und wie sie unsere Welt beeinflussen
  • Worte sind wichtig. Innerhalb von Beziehungen, innerhalb der Gesellschaft und dafür, wie wir unsere Welt wahrnehmen
  • Vom Verständnis der Bedeutung der Worte bis zum Hören der Stille; von den Korrespondenzen talmudischer Weisen bis zu der Art und Weise, wie wir heute sprechen…
  • Die Welt der Worte und die Welten, welche wir durch unsere Worte kreieren
  • Von der Stimmbildung bis zum Schweigen
  • Wie sprechen wir miteinander, mit uns selbst und wie mit Gott?
  • Das ansprechen, was zählt, um zu zeigen, dass man sich kümmert
  • Wie sprechen und verstehen wir uns, trotz verschiedener Sprachen und Unterschiede?
  • Wie prägen Konversationen, Gebete und Schweigen in jüdischen Texten die Art, wie wir uns heute ausdrücken?
  • Weil Worte etwas bewirken, ist es wichtig zu erkunden, wie jüdische Texte Wörter in Sprache und Gebet betrachten….Schöpfertische Worte…, die Worte, die wir wählen…
  • Von alten Argumenten zu modernen Wortbedeutungen

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Die jüdischen Gemeinden aus aller Welt lernen am gleichen Tag

Im November 2010 beendete Rabbiner Adin Steinsaltz die Bearbeitung und Übersetzung des Talmuds ins Neuhebräische, durch die der Talmud breiteren Interessengruppen zugänglich gemacht wurde. Um sein Werk zu ehren und davon zu lernen, veranstalten über 500 jüdische Einrichtungen jedes Jahr am ersten Sonntag im November einen internationalen Tag des jüdischen Lernens. Dies ist ein Tag voller Begegnungen mit jüdischem Gedankengut und heiligen Texten. Jeder ist eingeladen, an dem Tag mitzuwirken!

Unsere Vision:

  • Jüdische Texte jeder Altersgruppe zugänglich zu machen, unabhängig vom Bildungshintergrund und
    Glaubensrichtung
  • Jüdische Identität zu stärken
  • Globalisierung und Internationalisierung der jüdischen Gemeinden

Ihre Teilnahme:

  • Ihre Gemeinde ist ein wichtiger Teil des globalen Projektes
  • Die Unterrichtsprogramme sind für alle Teilnehmer geeignet; es werden keine Vorkenntnisse hebräischer oder jüdischer Texte für die Teilnahme vorausgesetzt
  • In jeder Unterrichtseinheit wird ein anderer Aspekt dieses Themas beleuchtet

Die Programmgestaltung

Sie stellen Ihr eigenes Programm zusammen. Wir bieten im Laufe des Tages verschiedenste Vorträge, einen Hauptredner, erlebnisorientierte Aktivitäten, eigenverantwortlich geleitete Diskussionen in kleinen Gruppen, Beit-Midrash-Studien, die Vorführung einer ON AIR-Sitzung und vieles mehr. Jede Gemeinschaft kann die Veranstaltungen wählen, die ihren Bedürfnissen und Interessen am besten entsprechen.

Wo findet es statt?

40+ Länder | Sechs Kontinente | 500+ Gemeinden | über ein Dutzend Sprachen

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Für die Teilnehmer bereiten die Gemeinden ein individuelles Programm vor, das sie an einem Tag mit vielen anderen Einrichtungen durchführen.
Das Programm kann beinhalten:

  • Vorträge bekannter Referenten
  • Diskussionen in kleinen Gruppen
  • informelles Lernen
  • Ein ausführlicher Studienplan mit Materialien für Erwachsene und Kinder mit erklärender Anleitung und gebrauchsfertigen Arbeitsblättern (in Kürze auch in deutscher Sprache)
  • ON AIR: Unterhalten Sie sich online mit den Koryphäen jüdischer Studien aus der ganzen Welt
  • Eine aufgezeichnete Video-Klasse mit Rabbi Adin Even-Israel Steinsaltz (mit deutschen Untertiteln)
  • Marketing-Materialien und vieles mehr

Über uns

Der Internationale Tag für Jüdische Studien ist der alljährlich größte gemeinschaftliche Studientag für jüdische Texte, der jemals stattgefunden hat. Der von der Aleph Society ins Leben gerufene Internationale Tag vereint Juden auf der ganzen Welt durch das Studium unserer gemeinsamen Texte. Unter der Schirmherrschaft von Rabbi Adin Even-Israel Steinsaltz unterstützt der Internationale Tage seine Mission – „Lasst mein Volk wissen.“

Im November 2010 beendete Rabbiner Adin Steinsaltz die Bearbeitung und Übersetzung des Talmuds ins Neuhebräische, durch die der Talmud breiteren Interessengruppen zugänglich gemacht wurde. Um sein Werk zu ehren und davon zu lernen, veranstalten über 500 jüdische Einrichtungen jedes Jahr im November einen internationalen Tag der jüdischen Lehre. Dies ist ein Tag voller Begegnungen mit jüdischem Gedankengut und heiligen Texten. Jeder ist eingeladen, an dem Tag mitzuwirken!

Unsere Partnerorganisationen sind u.a. JDC, Hillel International, JFNA, PJ Library und JAFI’s Partnership2Gether. Rund 35 Organisationen über konfessionelle, politische und kommunale Grenzen hinweg arbeiten international zusammen.

Der Internationale Tag schafft ebenso Gemeinschaft auf lokaler Ebene. Synagogen verschiedener Konfessionen, Jewish Community Centers und Schulen arbeiten mit Nachbarn zusammen, um ihren Internationalen Tag zu einem Erfolg zu machen.

Russische Materialien sind hier erhältlich. Klicken Sie hier auf Russisch zu registrieren.

So nehmen Sie teil

Nehmen Sie dieses Jahr am Internationalen Tag für Jüdische Studien teil:

  1. Melden Sie Ihre Gemeinschaft an. Das Formular ist auf Englisch. Nachdem Sie das Formular ausgefüllt haben, klicken Sie weiter unten am Bildschirm auf „Abschicken“. Wenn Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an Sofia Sokolov, Projektleiterin: [email protected] oder wählen Sie +089 379 46640.
  2. Wir senden Ihnen eine E-Mail zur Bestätigung Ihrer Anmeldung.
  3. Gehen Sie zum Abschnitt „Toolbox“ und geben Sie Ihren Benutzernamen (E-Mail) und Ihr Passwort in das Anmeldefeld ein.
  4. Entdecken Sie den Studienplan (das pädagogische Arbeitsbuch, das Sie zum Leiten einer Klasse für den Internationalen Tag benötigen) und alle weiteren Hilfsmittel (Plakate, Broschüren, Videos, Richtlinien …)

Die Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA) ist eine jüdische Gründung aus dem Jahr 2009, die der breiten Gesellschaft offen steht. Ihr Ziel ist es, durch Vermittlung von Wissen die jüdische Gemeinschaft zu stärken, sie zu öffnen und Berührungsängste in jeder Richtung abzubauen. In den sieben Jahren ihres Bestehens hat die Akademie sich einen Ruf als erfahrener und kompetenter Partner für Jung und Alt in der Bildungsarbeit erworben, mit dem besonderen Schwerpunkt jüdische Kulturbildung und interreligiöser bzw. interkultureller Dialog.
Mehr Info unter ejka.org